/ Mai 16, 2021/ ...mit dem Fahrrad, Blog

Von meinem Schlafplatz aus hab ich nicht mehr weit bis Karlsruhe

Die Radwege sind überwiegend geschottert und durch den sehr guten Zustand deutlich angenehmer zu fahren als viele andere, die asphaltiert sind. Sie führen mich durch schöne Wälder mit vielen jungen und mächtigen Laubbäumen, die in saftigem Grün leuchten.



In Karlsruhe angekommen, fahre ich gemütlich durch die Stadt und genieße die angenehm lockere Stimmung, die dieser schöne Sonntag in den zahlreichen Menschen auslöst. Es ist immer wieder interessant, in verschiedene Welten einzutauchen, sei es Natur, so ein belebtes Treiben oder ganz andere Eindrücke. Besonders fallen mir vier Jungs auf, die wahrscheinlich etwas jünger sind als ich. Sie fahren auf Fahrrädern durch die Stadt, einer hat ein Anhängerchen montiert, der mit Bier, Schnaps und einer Musik-Box beladen ist. So fahren die vier Freunde ausgelassen und fröhlich in Richtung Rhein.

Nachdem ich Karlsruhe hinter mir gelassen habe, fahre ich wieder an den Rhein und auf dem Rhein-Radweg weiter Richtung Norden. Die Wege sind nicht mehr ganz so gut. Sie führen teilweise direkt am Fluss entlang, aber auch auf landwirtschaftlichen Wegen durch Felder, die für Traktoren besser geeignet sind als fürs Rad.

Das Wetter ist traumhaft schön, die Sonne strahlt und ich bin langsam aber sicher dabei, den richtigen Rhythmus für mich zu finden. Nach einigen Kilometern bin ich nur noch in kurzer Hose unterwegs und genieße die wärmende Sonne auf dem Rücken. Ich genieße die Landschaft, das Wetter und rolle so gemütlich Mannheim entgegen.

Gegen Abend entscheide ich mich, einen ruhigen und ungestörten Schlafplatz zu finden. Naja, ich bin jetzt auf der Höhe von Heidelberg, es ist Sonntag, warm, sonnig, also sind überall Menschen, die das Wetter genießen wollen. Das gestaltet die Suche in dieser ziemlich urbanen Gegend nicht einfacher.

Nach einigem Umherfahren und vielen ungeeigneten Stellen finde ich ein Plätzchen direkt am Rhein. An einer winzigen Bucht ist eine junge Famile gerade am Aufbrechen. In der Nähe sind einige Gruppen, also nutze ich die Gelegenheit und bleibe hier.



Mein Zelt baue ich erst später auf, da noch viele Leute umherlaufen und unweit noch einige Jugendliche sitzen. Das Bad im Rhein, der etwas Hochwasser hat, nenne ich mal ziemlich „erfrischend“ um nicht arschkalt zu sagen. Es tut unglaublich gut, sich nach den warmen Tagen den klebrigen Schweiß vom Körper zu waschen. Beim Eintauchen spüre ich sofort wie mein Körper auf das kalte Wasser reagiert. Fühlt sich gut an. Irgendwie nach Freiheit…




Nur wenige Meter von meinem Schlafplatz entfernt entdecke ich einen beeindruckenden Baum. Er ist an der Flanke aufgerissen, innen komplett ausgehöhlt, angebrannt und trotzdem lässt er sich nicht davon abhalten, seine jungen Triebe und saftigen Blätter Richtung Himmel zu strecken. Die Natur schafft es immer wieder, mich nachhaltig zum Staunen zu bringen.


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