/ Juli 3, 2021/ Blog, Mit dem Fahrrad

Am Morgen, nach einer ruhigen Nacht, ist über dem See nur das Gezwitscher der Vögel zu hören

Und ein Bagger, dessen Schaufel in der Ferne über Steine quietscht. Das Geräusch ist nicht laut, allerdings auch nicht angenehm. Interessant ist, dass auf dem geschotterten Weg, über den wir am Vortag gekommen waren, auch LKWs unterwegs waren. Und das auch nicht langsam während sie mächtige Staubwolken hinter sich herziehen. Wir stärken uns und rollen über die Schotterpiste weiter Richtung Norden. Alle Fahrzeuge auf der Straße nehmen übrigens reichlich Rücksicht auf uns und überholen mit großzügigem Abstand.



Heute steht eine kürzere Tour an, da es Caro nicht so gut geht und ich auch seit einigen Tagen keine Pause mehr gemacht habe. Wir wollen unser Wasser auffüllen, und an einer Tankstelle unsere Reifen aufpumpen. Ersteres klappt ganz gut, allerdings gestaltet sich die Aufgabe mit der Druckluft schwierig. Ich habe zwar Adapter dabei und die Anschlüsse sollten passen, trotzdem will es einfach nicht funktionieren. Nach einiger Zeit hab ich deutlich weniger Luft in den Reifen und wir fahren genervt weiter. Das Wetter spielt auch nicht so wirklich mit und zeigt uns seine nasskalte, windige Seite. Unsere ersten beiden Optionen für ein Nachtlager waren nichts und durch die Verspätungen geht unser Plan gegen Mittag vor dem Regen am trockenen Unterstand zu sein, leider nicht auf. Caro springt in einen kleinen Supermarkt, um uns Backwaren für einen Snack zu holen. Sehr entnervt und mit leeren Händen kommt sie wieder raus. An der Kasse ist Kartenzahlung nicht möglich. Der Defekt ist bekannt, aber ihr wird das erst nach mehreren Versuchen und reichlich unangenehmen Momenten, erklärt. Also weiter… Auf dem Weg zu unserem hoffentlich brauchbaren Ziel halten wir an einem anderen Supermarkt, der so riesig ist, dass ich Schwierigkeiten hab, mich zu orientieren.

Nach den ganzen ungeplanten Verzögerungen kommen wir erst am frühen Abend an einem Windschutz an. Er liegt am Rande eines Wintersport-Zentrums mit einem guten Blick über die Anlage. An der Flanke des kleinen Berges sieht man einen Ski-Lift, es gibt ausgewiesene Langlauf-Strecken und in der Mitte befindet sich eine Art Stadion. Ich glaube, im Winter ist hier ordentlich was los. Im Laufe der Zeit, die wir hier sind, fahren einige Mountainbiker Gruppen vorbei. Zum einen einige professionell wirkende Teams, aber auch eine große Gruppe unterschiedlich alter Kids, die sichtlich Spaß an den matschigen Bedingungen haben, und von einigen Betreuern zusammen gehalten werden. Auch einige Reiter mit ihren Pferden sind auf den Wegen unterwegs und verschwinden im Wald.

Wir machen uns eine große Portion Reis mit Gemüse und Asia-Soße, die den Topf bis zur Oberkante füllt und genießen die Leckereien, die ich vorhin gekauft habe. In den Momenten ohne Regen bin ich unter anderem damit beschäftigt, wieder Druck in meine Reifen zu bekommen. Mit meiner Mini-Handpumpe, die nur für Pannen gedacht ist, die hoffentlich ausbleiben, dauert das deutlich länger als erwartet. So vergeht der Tag, an dem wir uns erholen wollten, viel schneller als uns lieb ist und Zeit zum Entspannen gibt es nicht wirklich.

Am Morgen hören wir den Regen auf dem Dach des Windschutzes deutlich.



Das ist nicht wirklich ein Geräusch, das Motivation zum Aufstehen schafft. Naja, wenn man andererseits immer nur bei schönstem Wetter fährt, dann kommt man auch nicht voran. Und ein bisschen Regen bringt uns schließlich auch nicht um, wobei ich auf der Tour schon schlimmeres Wetter hatte. Es bleibt wechselhaft. Wir halten oft an, um die Regenjacken an- und auszuziehen, werden aber trotzdem durch kurze Schauer nass und schwitzen in der Sonne.

Eine der vielen Brücken, die wir überqueren, steht direkt an einem Wasserkraftwerk. Es ist beeindruckend, das Wasserrauschen zu hören und zu sehen, wie viel Energie in so einem vergleichsweise kleinen und ruhigen Fluss steckt.



Die Mittagspause verbringen wir an einen See mit einem wunderschönen Strand. Sie Sonne lacht und es ist einfach angenehm. Beim Essen ziehen zwar Wolken auf, aber es regnet erst nachdem wir fertig sind und unsere Sachen wieder gepackt haben.



Heute wird‘s keine Hütte oder Ähnliches geben. An dem Abschnitt der Strecke, auf dem wir uns gerade befinden, gibt es keinerlei Unterstände, dafür recht viele Privatgrundstücke. Es passt gut, dass sich die Sonne am frühen Abend behauptet und wir finden nach einigen Versuchen einen einsamen Weg. Da der Rundweg an einem Ende durch eine Baustelle versperrt ist, sind wir praktisch in einer Sackgasse und haben das kleine Plätzchen am See mit Picknick-Bank für uns alleine. Die einzigen „Nachbarn“ sind ein Pärchen Wildgänse, die mit ihrem noch sehr flauschigen Nachwuchs am Ufer umherziehen. Gegen Abend spaziert eine Frau vorbei, die uns erzählt, dass das Pärchen hier schon seit Jahren seine Jungen großzieht.



Bevor wir uns Abendessen kochen, machen wir uns im kalten See frisch und schreiben noch ein bisschen. Caro hat noch etwas für ihr Studium zu tun und ich arbeite an meinem, diesem Blog.

Die Sonne, die anscheinend einfach nicht ganz untergehen will, färbt den Horizont und den See bevor wir ins Zelt kriechen in wunderschöne Farben.



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